Polyacrylsäure (PAA) und Polyethylenglykol (PEO) neigen in Lösungsmitteln zur Komplexbildung, was die Herstellung von PEO/PAA-porösen Faserfilmen mittels Elektrospinnen einschränkt. In dieser Studie wurde ein Lösungsmittelgemisch im Volumenverhältnis 7:3 aus N,N-Dimethylformamid und Aceton verwendet, um PEO/PAA-poröse Faserfilme durch Elektrospinnen herzustellen. Es wurde festgestellt, dass der Polymermassenanteil und das Massenverhältnis von PEO zu PAA einen signifikanten Einfluss auf die Struktur und Eigenschaften der porösen Faserfilme haben. Bei einem Polymermassenanteil von 6 Gew.-% war die Fasermorphologie bei den PEO/PAA-porösen Faserfilmen optimal, und bei einem Massenverhältnis von PEO zu PAA von 5:1 wiesen die Filme eine Formgedächtnisfunktion auf, wobei sie nach einer Dehnung von 40 % durch Erwärmung auf 60 °C wiederhergestellt werden konnten. Außerdem zeigten die Filme ein gutes Feuchtigkeitsansprechverhalten, indem sie sich bei der Platzierung auf einer ungepanten Handfläche schnell von der Handfläche weg verformten. Darüber hinaus waren bei einem Massenverhältnis von 1:1 die mechanischen Eigenschaften der Filme am besten, mit einer Bruchdehnung von bis zu 882 %. Nach dem Auftragen von flüssigem Metall auf die Filmoberfläche wurde ein kapazitiver tragbarer Sensor hergestellt, der über eine gute elastische Erholungsfähigkeit und eine breite Dehnungsreaktion verfügt und dessen Sensorsignal bei 2000 Zyklen mit 100 % Dehnung stabil und zuverlässig war. Der Sensor reagierte außerdem auf Bewegungen wie Fingerbeugung, Handgelenkschwung, Schlucken und Kauen. Diese Studie bietet eine einfache Herstellungsmethode für flexible PEO/PAA-poröse Faserfilme und deren sensorische Funktionalisierung.